Hochschule für Film und Fernsehen, Potsdam

Mit dem Neubau Gebäude 6 wird die Filmuniversität Babelsberg um eine Mensa sowie Büro-, Seminar- und Studioräume erweitert.

Der 3-geschossge Solitär folgt auf seiner Ostseite dem Straßenverlauf der Marlene-Dietrich-Allee und setzt damit städtebaulich die Fassade des Bestandsbaues optisch fort. Die im B-Plan festgesetzte Zäsur zwischen den beiden Gebäuden wird durch einen Hofraum gebildet, der von einer Brückenverbindung überspannt wird, die Alt- und Neubau miteinander verbindet.

Hinsichtlich seiner Nutzung und Materialität gliedert sich der Erweiterungsbau in zwei Teile. Das transparente Erdgeschoss mit seiner eingezogenen Fassade beherbergt die Mensa und Veranstaltungsflächen. Der geschlossene Obergeschoßaufbau bietet Platz für die hochschulinternen Nutzungen, Büro- und Seminarräume im stringent gegliederten 1.OG, Studios mit „Raum-in-Raum-Konstruktionen“ und Bewegungsräume im großzügigen 2. und 3.OG. Als verbindendes Gestaltungselement des Ensembles fungiert in den Obergeschossen eine umlaufende, auf Lücke gestellte Industrie-U-Verglasung, die den optischen Bezug zum Altbau herstellt und somit die Zusammengehörigkeit der beiden Gebäude deutlich macht. Die hinter den U-Gläsern zurückliegende thermische Fassade wird im Bürogeschoss als Glasfassade und im darüberliegenden Lehrgeschoss als Lochfassade mit verschiedenen Blechoberflächen ausgeführt. Zum Grünraum des Biotops entfällt die Blechverkleidung und wird durch eine Holzverkleidung ersetzt.

Konstruktion: Die auskragenden Obergeschosse, als Stahlbeton-Kubus, sind in eine umlaufende Stahl-Fachwerk-Konstruktion gefasst, die ihre Lasten über acht Stahlstützen im Erdgeschoß in die Gründung aus durchlaufender Bodenplatte und acht Einzelfundamenten weiterleitet. Die Fluchtröhre dient als geschlossenes Stahlbetonelement neben Decken und Wänden ebenfalls der Aussteifung.

Außenanlagen: Auf der Südseite bildet ein Hofraum, überspannt von einer Verbindungsbrücke, die logische Fortsetzung des Bestandsgebäudes. Hier wird die streifenförmige Gestaltung der Häuser 1 bis 5 übernommen und mit unterschiedlichen Materialien fortgeführt. Entlang des öffentlichen Gehwegs folgt man einem um eine Stufe erhöhten Holzplateau. Dieses bildet die Basis für den Erweiterungsbau und hebt diesen aus dem öffentlichen Raum der Straße. Rückseitig nehmen Materialien und Raumnutzung Bezug auf das angrenzende Biotop. Die Außenterrasse des Mensa-Restaurant zieht sich um das gesamte Erdgeschoss herum.

 

BAUHERR
BLB Brandenburg
BAUSUMME
14 Mio €
BAUZEIT
2015-2018
TÄTIGKEIT
LPH 2 Kostenschätzung
LPH 3 Kostenberechnung
LPH 6 Vorbereitung der Vergabe
LPH 7 Vergabe
LPH 8 Objektüberwachung
LPH 9 Objektbetreuung
GESAMTPLANUNG
medium architekten
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